⚠️ Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich informativen Zwecken und ersetzt keinen ärztlichen Rat. Bei gesundheitlichen Fragen oder Notfällen wende dich bitte an eine Ärztin oder den Notruf 112.
Es war ein perfekter Sommertag. Unser jährliches Sommerfest stand an – Sonne, fröhliche Nachbarn, gute Laune. Auch enge Freunde waren dabei, darunter ein Paar, mit dem wir fast zeitgleich schwanger waren. Unsere Kinder waren im gleichen Alter, und es fühlte sich wie ein unbeschwerter Tag an.
Sie hatten Fruchtriegel mitgebracht – eine scheinbar harmlose Leckerei. Mein Mann war vorsichtig, schaute auf die Zutatenliste und fragte mich, ob ich auch noch einmal prüfen könnte. Ich sah ebenfalls drauf und gab mein Okay. Wir alle wussten von den Allergien unserer Tochter, aber in diesem Moment waren wir nachlässig. Die enthaltenen Mandeln – Nüsse – haben wir einfach übersehen.
Und dann geschah es. Zunächst ein leichtes Kratzen im Hals, dann Rötungen, Schwellungen – bis schließlich Atemnot einsetzte.
Wir hatten diese Situation schon einmal erlebt – damals ohne EpiPen. Zum Glück hatten wir dieses Mal Rectodelt im Haus, also verabreichten wir es sofort und riefen den Notarzt.
🚑 Blaulicht, Krankenhaus, der erste Einsatz eines EpiPens. Ein Albtraum.
Doch es war noch nicht vorbei.
Eine halbe Stunde später, auf dem Krankenzimmer – Runde zwei, alles von vorne. Genau darauf hatte uns das Ärzteteam in der Notaufnahme bereits vorbereitet. Wir erlebten unsere erste biphasische Anaphylaxie, etwas, von dem wir bis dahin nicht einmal wussten, dass es existiert.
In diesem Artikel erkläre ich, was eine biphasische Anaphylaxie ist, warum sie auftritt und wie man sich davor schützen kann.
Was ist eine biphasische Anaphylaxie?
Eine biphasische Anaphylaxie bedeutet, dass die Symptome nicht nur einmal, sondern in zwei Wellen auftreten.
Nach der ersten allergischen Reaktion mit Atemnot, Hautausschlag oder Kreislaufproblemen scheint sich die betroffene Person zunächst zu erholen.
Doch nach mehreren Stunden – manchmal bis zu 72 Stunden später – kommt es erneut zu einer anaphylaktischen Reaktion, ohne dass das Allergen erneut aufgenommen wurde.
Die zweite Reaktion kann genauso schwerwiegend sein wie die erste oder sogar schlimmer. Das macht sie so gefährlich, besonders wenn die betroffene Person nach der Erstreaktion entlassen wurde und sich in einem Umfeld befindet, in dem kein schneller Zugriff auf Notfallmedikamente besteht.
Nicht jede Anaphylaxie führt zu einer zweiten Reaktion. Das Risiko ist individuell unterschiedlich und hängt von Faktoren wie der Schwere der ersten Reaktion, der Behandlung und der Aktivität des Immunsystems ab.
Warum passiert eine biphasische Reaktion?
Die genauen Ursachen einer biphasischen Anaphylaxie sind noch nicht vollständig erforscht, aber es gibt einige bekannte Mechanismen, die eine Rolle spielen können:
1️⃣ Verzögerte Ausschüttung von Entzündungsstoffen – Auch nachdem das Allergen entfernt wurde, bleibt das Immunsystem weiterhin aktiv und kann eine zweite Reaktion auslösen.
2️⃣ Nicht ausreichende Erstbehandlung – Wenn nicht genug Adrenalin oder andere Medikamente gegeben wurden, kann der Körper in eine zweite Welle der Immunantwort geraten.
3️⃣ Individuelle Faktoren – Manche Menschen, insbesondere Kinder mit schweren Allergien, haben ein höheres Risiko für biphasische Reaktionen.
Für uns als Eltern war es ein riesiger Schock, dass eine zweite Reaktion überhaupt möglich ist.
Erst durch Gespräche mit Ärzt:innen und Recherchen haben wir verstanden, wie wichtig eine lange medizinische Überwachung nach einer Anaphylaxie ist.
Wie kann man sich schützen?
Die beste Möglichkeit, das Risiko einer biphasischen Reaktion zu minimieren, ist eine gute Vorbereitung und das richtige Verhalten nach der ersten allergischen Reaktion:
🚑 Richtige Reihenfolge im Notfall:
1️⃣ Adrenalin-Autoinjektor (z. B. EpiPen) sofort in den Oberschenkelmuskel injizieren.
2️⃣ Notruf 112 rufen – „Anaphylaxie, Notfall!“ sagen.
3️⃣ Betroffene Person hinlegen (außer bei Atemnot → aufrecht sitzen).
4️⃣ Antihistaminikum & Kortison verabreichen (falls verordnet).
5️⃣ Mindestens 6–12 Stunden medizinische Überwachung.
💡 Falls eine zweite Dosis Adrenalin erforderlich ist, kann sie nach 5 Minuten verabreicht werden.
Wir haben immer zwei EpiPens dabei – einen aktuellen und einen vom Vorjahr, da sie nur ein Jahr haltbar sind.
✅ Immer zur medizinischen Überwachung bleiben: Auch wenn die Symptome nach der Adrenalin-Gabe abklingen, sollte die betroffene Person mindestens 6–12 Stunden im Krankenhaus überwacht werden, manchmal auch länger.
✅ Das Umfeld sensibilisieren: Betreuungspersonen, Lehrkräfte und Freund:innen sollten darüber informiert sein, dass eine biphasische Reaktion möglich ist.
✅ Eine gut organisierte Notfalltasche nutzen:
Genau deshalb entwickeln wir ANA AID – eine Notfalltasche, die speziell für solche Situationen konzipiert ist und alle wichtigen Medikamente griffbereit hält.
Fazit
Eine biphasische Anaphylaxie kann besonders heimtückisch sein, weil sie auftritt, wenn man sich bereits in Sicherheit wähnt.
Das Bewusstsein für diese Möglichkeit kann Leben retten.
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